Leserbriefe : Im Notfall hilft Video nicht

„S-Bahnhöfe ohne Personal“

vom 8. November

Sie berichteten davon, dass beschlossen wurde, zum Jahr 2009 die S-Bahnhöfe ohne Personal vor Ort umzugestalten. Videoüberwachung soll die Sicherheit der Fahrgäste ermöglichen. Ich fahre als Jugendliche öfter mit der S-Bahn und muss auch in den Wintermonaten abends vom Training kommend in auffallend leeren S-Bahnen fahren. Bahnsteige sind schon jetzt für Jugendliche, die allein unterwegs sind, und bestimmt auch für ältere Menschen beunruhigend einsam. Konnte man sich bis jetzt auf ein wachsames Auge und hilfreiche Unterstützung in Notfällen durch das Abfertigungspersonal verlassen, wird dies demnächst wegfallen. Wie kann mir eine Notrufsäule oder eine Videoaufnahme zum Zeitpunkt eines Übergriffes helfen? Sind die vielen Meldungen über Angriffe, Körperverletzungen, fremdenfeindliche Übergriffe in den öffentlichen Verkehrsmitteln schon vergessen? In einer Zeit, in der selbst Busfahrer beim Eingreifen wegen Unruhe und Belästigung mit Verletzungen rechnen müssen, sollen nun zusätzlich Bereiche unsicherer werden. Die Arbeitsplätze, die durch diese Einsparungsmaßnahme verloren gehen, sollte man auch nicht vergessen. Ich hoffe sehr, dass im Sinne der allgemeinen Sicherheit diese Entscheidung noch einmal überdacht wird.

Felicitas Mücke-Wegner,

Berlin-Charlottenburg

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