Leserbriefe : Jeder Mensch genoss religiöse Freiheit

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Zum Leitartikel anlässlich des Papstbesuchs in der Türkei am 30. November

Wie kommt der Autor auf die Idee, zu behaupten, dass in der Amtszeit von Kemal Atatürk Hunderttausende Christen getötet wurden? Hat er die Besetzer und Invasoren der türkischen Gebiete wie Griechen, Engländer, Franzosen, Australier Italiener usw. gemeint? Ja, hunderttausende Menschen, darunter auch Christen und Muslime, sind bei der Invasion der Dardanellen durch die Alliierten1914/15 gefallen. Weitere Christen sind bei den legitimen Abwehr- und Befreiungsschlachten der türkischen Armee gegen die Besatzungsmächte in den Jahren 1920–23 bis zur Gründung der Republik gefallen, weil sie unser Land besetzen wollten. Jedes Volk hat das legitime Recht, sein Land gegen Invasoren und Besatzungsmächte zu verteidigen, auch das türkische. Während der Besetzung des Landes haben die christlichen Minderheiten mit den Besatzungsmächten kollaboriert und an der türkischen Zivilbevölkerung Massaker ausgeübt, obwohl sie im Osmanischen Reich traditionell nie gezwungen waren, ihren Glauben zu verleugnen. Jeder Mensch aus jeder Glaubensrichtung genoss die uneingeschränkte religiöse Freiheit.

Der sinkende Anteil der Bevölkerung mit christlichem Glauben ist zum Teil die Folge der Niederlage der Besatzer, so dass sie das Land mit ihren Helfern und Kollaborateuren fluchtartig verlassen mussten. In den folgenden Jahren sank dieser Anteil durch die zwischenstaatlich und völkerrechtlich vereinbarten Bevölkerungsumsiedlungen zwischen Griechenland und der Türkei noch mehr.

Ali Uras, Verein zur Förderung

des Gedankenguts Atatürks e. V.,

Berlin-Schöneberg

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