Leserbriefe : Jeder zweite Zug sollte am Zoo halten

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„Hat der Senat den Fernbahnhof Zoo aufgegeben?“ vom 10. Juli 2005

Es ist sehr ärgerlich, dass die Verantwortlichen – hier die Senatorin, früher die der Bahn – den Verteidigern des ICEHalts am Bahnhof Nostalgie (nach dem alten Westberlin) als Hauptmotiv unterstellen. Dass aber ganz handfest und praktisch die Änderung bedeutet, dass täglich 100000 (oder mehr?) für ihre Anreise zum ICE zirka eine halbe Stunde mehr Zeit mit einem zusätzlichen Umsteigen von U- auf S-Bahn – meist mit Gepäck, treppauf-treppab – aufwenden müssen, darauf gehen die Verantwortlichen konsequent nicht ein.

Warum vermeidet die Bahn eine sonst bei kommerziellen Unternehmen doch übliche Verbrauchsanalyse/-erhebung ? Vor drei Wochen gab es im ICE von Berlin nach Frankfurt am Main/Basel eine Umfrage der Bahn, wir wurden u. a. gefragt, wie wir an unserem ICE-Zielbahnhof weiterfahren. Aber wie wir in Berlin zum ICE gekommen sind, wurde konsequent nicht ermittelt, auch auf mein Drängeln nicht als Bemerkung notiert – dafür war kein Kästchen frei.

Natürlich werde ich jetzt – bei ca. zwanzig Fahrten/Jahr in jeder Richtung – wieder konsequent die Flugmöglichkeiten berücksichtigen, und ich werde nicht der Einzige sein.

Wie kann man diese Botschaft in die vernagelten Köpfe von Bahnchef Mehdorn und Senatorin Junge-Reyer eindringen lassen?

Warum erwägen sie nicht, wenigstens jeden zweiten ICE am Zoo halten zu lassen? Das wäre für die Fahrgäste ein noch tragbarer Kompromiss. Die Bahn wird dann ja sehen, welche Züge gewählt werden.

Dr. Hermann Fuchs, Berlin-

Wilmersdorf

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