Leserbriefe : Jobcenter sind bürokratische Monster

„Jobcenter sollen besser vermitteln /

Sie fördern zu wenig Stellen für Langzeitarbeitslose“ von Sabine Beikler vom 7. Juli

Tja, da ist es wieder, das größte und alljährliche Problem der Berliner Jobcenter seit ihrer Schaffung: Wohin mit dem vielen Steuermillionen aus den Titeln für Eingliederungsmaßnahmen? Und in diesem Jahr kommen noch dutzende Millionen aus dem Berliner Landeshaushalt hinzu, die auch alle noch verplant und ausgegeben werden müssen, damit es im nächsten Jahr nicht plötzlich weniger wird.

Macht aber nichts, dass 200 000 Langzeitarbeitslose nur zu einem geringen Prozentsatz Menschen sind, die nur darauf warten, endlich in eine Maßnahme vermittelt zu werden. Die allermeisten dieser Arbeitslosen stehen dem Arbeitsmarkt aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen bestenfalls in Teilzeit zur Verfügung, stecken derzeit in Beschäftigungsmaßnahmen wie ABM oder Ein-Euro-fünfzig-Jobs, haben solche Maßnahmeketten satt oder wollen auch gar nichts mehr tun und haben im Laufe ihrer Arbeitslosigkeit entsprechende Vermeidungsstrategien entwickelt.

Aber die Statistik lügt nicht und so werden mit wenig Sachverstand und noch mehr Ehrgeiz weiter fröhlich Maßnahmen und Programme geplant als gäbe es kein morgen mehr. Dabei wird getrickst und es werden mit immer weniger zeitlichem Vorlauf, aber steigendem Druck bis runter auf die Vermittlerebene, bürokratische Monster gezimmert, deren Umsetzung immer schwieriger und unwahrscheinlicher wird. Hinzu kommen noch die alltäglichen Probleme der Jobcenter: zu wenig Personal, zu hohe Fluktuation, miese Räumlichkeiten, Streitigkeiten zwischen Arbeitsagentur und Bezirksvertretern in den Trägerversammlungen und, und, und …

Steffen Zörner, Berlin-Rummelsburg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben