Leserbriefe : Laurenz Meyer war eine schlechte Leitfigur

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„CDU zahlt Meyer eine Abfindung“ vom

27. Dezember 2004

Es hat mich beruhigt, dass Herr Meyer nach seiner persönlichen Kündigung von der CDU noch eine Abfindung erhalten hat. Denn wovon sollte der Mensch denn leben, wenn er nicht gleich einen Anschlussjob findet. Als normaler Arbeitnehmer hätte er in diesem konkreten Fall ja keine Abfindung und bei einer sofortigen Meldung bei der Agentur für Arbeit auch noch eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld erhalten, da er selbst das Arbeitsverhältnis gekündigt hat. Aber offensichtlich werden die Arbeitsverträge von Politikern so abgefasst, dass sie allen Widrigkeiten des Lebens zum Trotz „wasserdicht“ sind und keiner in die Nähe von Hartz IV gerät.

Klaus-Dieter Busche, Berlin-Lichtenberg

„Meyer gibt als CDU-General auf“ vom 23. Dezember 2004

Herr Meyer hat schon Recht, wenn er äußert, dass in dieser für viele Menschen in unserem Lande schwierigen sozialen Lage kein Verständnis für „Sondergehälter“ an Politiker aufgebracht werden kann, die zudem noch in der ersten Reihe des öffentlichen Lebens stehen. Besonders sensibel reagieren hierauf junge Menschen, die ihre Vorbilder auch und gerade hier suchen. Wen sollte es somit wundern – wie die Shell-Jugendstudie 2002 feststellt –, dass in dieser Altersklasse die Verdrossenheit gegenüber politischen Parteien und ihren Repräsentanten zunimmt?

Wie sagte doch ein CDU-Abgeordneter nach der Entscheidung über die Ablösung von Herrn Meyer: „Nun können wir uns wieder unserem politischen Gegner zuwenden!“ Meine Damen und Herren in den Fraktionen, Sie sind nicht gewählt worden, um politische Gegner zu bekämpfen, sondern Sie haben Ihre Wählerstimmen dafür erhalten, die Themen der Zeit sinnvoll zu lösen, ob Sie nun in Regierungsverantwortung sind oder in der Opposition. Wie sollen junge Menschen zu kritischen, verantwortungsbewussten und -bereiten Mitgliedern dieser Gesellschaft erzogen werden, wenn sie feststellen, dass es den gewählten Politikakteuren offensichtlich nur um die Macht und deren Erhalt geht.

Günther Poggel, Berlin-Waidmannslust

Vor einigen Wochen wurde ich von Freunden in den Niederlanden gefragt: Was ist die deutsche Leitkultur? Ich hatte Mühe, den Inhalt darzulegen, besonders, weil ich, wie auch jene, die sie in jeder Rede einfordern, nicht wusste, was das sein soll. Münchner Oktoberfest, Thüringer Bratwurst? Rheinische Narrenparaden? Oder das alles zusammen? Ich hätte früher drauf kommen können. Der Florida-Rolf der gehobenen Klasse, Laurenz Meyer, Ex-Generalsekretär der vereinigten Demokratischen Christen der BRD, ist die Symbolfigur deutscher Leitkultur. Oder Leidenskultur?

Herbert Rubisch, Berlin-Marzahn

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