Leserbriefe : Medizinbetrieb krankt an Verteilungspraxis

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„Hunderttausend von innen gereinigte Kniegelenke“ vom 18. Januar 2005

Herzlichen Dank für den Beitrag von Alexander S. Kekulé. Ich kenne den Medizinbetrieb und viele seiner Facetten seit 40 Jahren. Gleichermaßen gut von innen und von außen, zahlreiche Verirrungen und Verwirrungen eingeschlossen. Das lässt mich jedes Wort von Herrn Kekulé ohne Einschränkung unterschreiben. Besonders seinen Kernsatz: „Es gibt nicht zu wenig Geld, sondern zu viel nutzlose Medizin“. Schade nur, dass eine solch klare Stellungnahme nicht mehr leisten kann, als ein kurzer Lichtblick im düsteren Jammertal der Verzerrungen, Verstellungen und Verleumdungen zu sein. Das Ziel der Protestmärsche jedenfalls sollten andere Gebäude sein, als das der Gesundheitsministerin.

Reinhold Scheck, Berlin-Tiergarten

„Höchstes Gut, wenig wert“

vom 17. Januar 2005

Ein Ärztestreik ist berechtigt, nur bringt er für Facharztpraxen wenig. Die kassenärztliche Bundesvereinigung hat Veränderungen beschlossen, die dazu führen, dass Einzelpraxen verschwinden zu Gunsten von ärztlichen Zusammenschlüssen wie Gemeinschaftspraxen und Versorgungszentren. Um diese Entwicklung zu befördern, ist das Honorar für fachärztliche Einzelpraxen um zehn Prozent gekürzt worden. Gemeinschaftspraxen bekommen einen Zuschlag von zehn Prozent. Für die gleiche Leistung erhält der Arzt einer Gemeinschaftspraxis somit zwanzig Prozent mehr als der Kollege in Einzelpraxis. Die Fachärzte in Einzelpraxis müssen das hinnehmen.

Dr. Malte Hildebrandt,

Berlin-Spandau

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