Leserbriefe : Mehr Transparenz im Gesundheitswesen

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Betrifft: „Auf eigene Kosten zum Zahnarzt?“ vom 2. Januar 2003

Das Gesundheitssystem muss reformiert werden. Beitragserhöhung, Solidargemeinschaft oder Zweiklassenmedizin sind nur einige Stichworte in der kakophonen Diskussion. Wie wäre es, wenn der wichtigste Teil der Reformen darauf abzielt, Transparenz zu schaffen: Der Arzt stellt eine Rechnung an den Patienten (lt. Gebührenordnung für Ärzte, Multiplikator 1,0). Der Patient bezahlt die Rechnung und leitet sie weiter an seine Kasse. Das gilt auch für Rezepte.

Die Kassen müssten heute mit ihrer DatenverarbeitungsAusstattung in der Lage sein, diese Rechnungen innerhalb von längstens 14 Tagen an den Patienten zu erstatten. Erstens erfahren die Patienten, was es kostet. Doch weil das völlig neu ist, ist es offensichtlich von den Lobbyisten nicht erwünscht. Zweitens erhalten die Ärzte ihr Honorar zeitnah und ohne Punktumrechnung und können besser planen. Drittens: Die Kassen erhalten den besseren Überblick über die Versicherten und können bei „Risiko“-Patienten schneller mit dem Medizinischen Dienst reagieren.

Und was macht die Kassenärztliche Vereinigung? Sie schrumpft auf einen Kern für die Verhandlungen mit den Politikern über die Gebührenordnung, Qualitätssicherung u.ä.

Michael Fischer, Berlin-Schlachtensee

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