Leserbriefe : Museen gehören zum Dahlemer Campus-Konzept

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Betrifft: „Über Humboldt wächst kein Gras“ vom 12. Oktober 2003

Ich halte die vorgegebene Begründung dafür, dass die Dahlemer Museen in die Innenstadt umziehen müssten, für recht einseitig und unhistorisch. Den alten und gut durchdachten Planungen nach, die wohl noch auf Friedrich Theodor Althoff zurückgehen, sollte in Dahlem ein „deutsches Oxford“ errichtet werden. Durch die räumlich nahe Lage vieler hochrangiger wissenschaftlicher Einrichtungen sollten wissenschaftliche SynergieEffekte entstehen und die wissenschaftlichen Arbeitsmöglichkeiten verbessert werden. So entstanden benachbart der Botanische Garten, die Museen, Institute der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, das geheime Staatsarchiv, später die FU und so fort.

Mir erscheint dieses Konzept weiterhin, auch im Hinblick auf die immer stärkere internationale Zusammenarbeit in den Wissenschaften, sinnvoll. Die Dahlemer Museen haben doch keineswegs nur die Funktion, möglichst viele Besucher anzulocken, es sind in erster Linie hochrangige wissenschaftliche Einrichtungen. Überdies ist die Lage in Dahlem ja nicht so abgelegen. Eine starke Ballung musealer Einrichtungen im alten Zentrum erscheint mir nicht unbedingt wünschenswert.

Jan-Michael Kresse, Witten

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