Leserbriefe : Nicht alles kann der Mensch regeln

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„Ambrosia und ihre Brüder“

vom 28. September 2006

Es freut mich, dass der Tagesspiegel über das meist nur in Fachkreisen diskutierte Problem der Neophyten und Neozoen schreiben. Aber der Vergleich mit Tomate und Kartoffel hinkt etwas, auch wenn diese aus fernen Ländern stammen. Tomaten breiten sich in unseren klimatischen Verhältnissen nicht selbst aus. Und von Kartoffeln ist höchstens bekannt, das mal ein paar Schälreste auf dem Komposthaufen austreiben.

Aber solche Neozyten wie der Japan- Knöterich bzw. Sachalin-Knöterich (Fallopia) haben nun einmal die Neigung, sich so ungehemmt zu entwickeln, dass man schon von einer Invasion sprechen muss. Ich beobachte seit einigen Jahren die Ausbreitung dieser Pflanzen in der Kurve an der Hauptstraße zwischen Berlin-Blankenburg und Karow, wo sie nach und nach ein kleines Wäldchen verdrängt. Die enorme Wuchskraft dieser übermannshohen Knöteriche ist für unsere in der Ebene wachsenden Pflanzen eine echte Gefahr. In ihren Heimatländern sollen sie ja durch bergige Schluchten in ihrer Ausdehnung begrenzt sein. Aber das nützt uns hier in Berlin nichts.

Ich denke, dass hier noch ernste Probleme entstehen werden. Und dass das Problem nicht nur darin besteht, dass fremde Tiere und Pflanzen sich hier ansiedeln, sondern mit welcher Geschwindigkeit dies geschieht. Bestimmte Vorgänge in der Natur, wie beispielsweise die Anpassung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt an neue Arten lassen sich nicht von Menschenhand „regeln“ oder gar beschleunigen.

Dagmar Hemke, Berlin-Karow

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