Leserbriefe : Numerus clausus für Politiker

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Betrifft: „Mut zum Aufbruch“ Horst Köhlers Antrittsrede vom 2. Juli 2004.

Zwei Dinge geben der Seele ein Höchstmaß an Kraft: Vertrauen auf die Wahrheit und Selbstvertrauen, lautet ein Ausspruch des römischen Gelehrten Seneca. Beide Tugenden sind dem neuen Bundespräsidenten Horst Köhler eindringlich zu wünschen. Denn er startet sein hohes Amt, wie seine auf Harmonie bedachte Rede im Bundestag untermauert hat, mit einem starken Handicap. Er ist nicht vom Volk auserkoren, sondern von Angela Merkel, und das nicht auf Grund seiner unbestreitbaren Reputation, sondern allein aus parteitaktischem Kalkül. Horst Köhler wird stets im Schatten der ehrgeizigen CDU-Vorsitzenden stehen. Jedes öffentliche Wort, das er von sich gibt, wird auf die Goldwaage des tagespolitischen Geschäfts gelegt werden. Kritisiert er die Regierung, mimt er einen zweiten Oppositionsführer. Lobt er die Regierung, muss er um seine Wiederwahl in der Bundesversammlung bangen. So hat sich das neue Staatsoberhaupt dafür entschieden, zunächst einmal alle Fraktionen über den grünen Klee zu loben, was dem Land aber in keinster Weise weiterhilft. Eine insgesamt unbefriedigende Situation, die unterstreicht, dass es besser wäre, das Volk über sein Staatsoberhaupt entscheiden zu lassen. Es dürfte reifer sein, als so mancher Spitzenpolitiker!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Ein das Land liebender Bundespräsident Köhler mit Humor in der Antrittsrede, Haftforderungen von Seiten der Staatsanwaltschaft gegen - von sich selbst überzeugten - Funktionären Esser, Ackermann und Company. Weil die eigene Brieftasche näher war und ist, als die der Aktionäre. Auch ich liebe dieses Land. Darum fordere ich einen moralischen Numerus clausus für Politiker und Funktionäre. Einige - wie Welteke - hat es bereits erwischt. Viele sollten noch folgen.

Wolfgang Hümmerich, Berlin-Treptow

Betrifft: „Interview mit Rau“ vom 27. Juni 2004

Bundespräsident Rau zitiert gerne Begriffe wie Glaubwürdigkeit, Verantwortung und Pflicht. Diese Begriffe müssen ihm hinsichtlich der Erziehung seiner drei Kinder abhanden gekommen sein. In einem wichtigen Lebensabschnitt dieser Kinder stellte er seine Vaterpflichten hinter sein Interesse am Amt des Bundespräsidenten.

Im Interview weist Rau selbst auf die beruflichen Verpflichtungen eines Politikers hin, auf ein fremdbestimmtes Leben und Menschen, die „hilfreich über ihn verfügen“ (!).

Seine Selbstbestimmung reichte allerdings noch zur Annahme des Präsidentenamtes aus. Frau Rau scheint die Fähigkeiten zu besitzen, drei Kinder bei einem Defizit an väterlicher Präsenz aufzuziehen. Ihr ein großes Kompliment.

Dr. med. Jürgen Holdorff, Berlin-Grunewald

Über 70 und fast tausend Jobangebote. Schön, dass es mit Deutschland wieder aufwärts geht.

Götz Richter, Berlin-Wilmersdorf

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