Leserbriefe : Respekt vor jedem Kind

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„Ab in die Vorschule“

vom 25. April 2006

Mut zur Erziehung, wie Daniel Dettling fordert, beweisen konfessionelle Kindertagesstätten täglich. Sie vertreten erkennbare Positionen und helfen Kindern so, Werte zu entwickeln. Professionell ausgebildete Erzieherinnen zeigen, was sie lieben, was ihnen etwas Wert ist und woran sie sich orientieren. Mit Respekt vor der Würde des anderen, Nächstenliebe und dem Eintreten für Gerechtigkeit fördern sie gutes Zusammenleben. Diese Werte teilen Juden, Christen, Muslime mit solchen Zeitgenossen, die ihre Haltung nicht in Gottvertrauen, Schöpfungsglauben, den Zehn Geboten oder der Wertschätzung der Heiligen Schrift gründen. Eltern ohne kirchliche Bindung suchen das Angebot religiös fundierter Werteerziehung, weil sie wissen, dass jedem Kind in gleicher Weise und unabhängig von religiöser Bindung Aufmerksamkeit und Respekt entgegengebracht werden, dass Sozialverhalten eingeübt wird und dass Kinder beten lernen können, ohne beten zu müssen. Die Behauptung Daniel Dettlings, kirchliche Kindertagesstätten würden berufstätige Mütter und ihre Kinder durch unzureichende Angebote ausschließen, zeugt von Unkenntnis. Dies trifft in vielen Bundesländern nicht zu. Fast alle öffentlich finanzierten Kitas sind in Berlin und Brandenburg Ganztagseinrichtungen. Dort, wo die evangelische Kirche in großer Zahl Halbtags- oder Teilzeitgruppen anbietet, tut sie das wie die übrigen Kita-Träger eines Bundeslandes aufgrund einer unzureichenden öffentlichen Finanzierung oder einer geringen Nachfrage nach Ganztagsangeboten. Das Bündnis für Erziehung kann eine Chance sein. Wir setzen darauf, dass die Bündnis-Plattform erweitert wird und sich viele mit unterschiedlichen religiösen, weltanschaulichen und sozialen Orientierungen einmischen wollen.

Jürgen Schwochow, Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer

Tageseinrichtungen für Kinder,

Diakonisches Werk Berlin-

Brandenburg-schlesische Oberlausitz

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