Leserbriefe : Schröders Handkuss war unvollendet

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Betrifft: Titelbild vom 10. Juni 2004

Das Titelbild ist untertitelt „Vollendet“, zeigt Gerhard Schröder jedoch in der Geste eines gänzlich „unvollendeten“ Handkusses gegen Laura Bush.

Wenn schon der Handkuss als Ausdruck von Höflichkeit alter Schule (altes Europa) zelebriert wird, dann müsste er auch in Form alter Schule geboten werden. Nie dürfte die Hand so kernig umfasst werden. Da unter dem TagesspiegelWahlspruch „rerum cognoscere causas“ die Kenntnis von Stilfragen vorausgesetzt werden darf, ist die Wiedergabe dieses Bildes wohl als bewusste Verunglimpfung von Gerhard Schröder als Tölpel ohne Manieren zu verstehen.

Außerdem: Wenn schon „vollendet“, dann müsste es doch „vollkommen“ heißen, denn hier geht es nicht um die Form eines Endes, sondern um die Form eines Ankommens oder Willkommens (linguam cognoscere causas).

Auf Seite 3 wird Gerhard Schröder visuell quasi rehabilitiert: Er bleibt gegen George W. Bush geneigt auf seiner Seite und zeigt sportlich profiliert Tritt-Sohle. Immerhin.

Florian Fischer, Berlin-Schöneberg

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