Leserbriefe : Selbstbeteiligung fördert gesundes Verhalten

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Betrifft: „Zähne spalten RürupKommission“ vom 3. Januar 2003

Ich habe es geahnt, denn Anzeichen für diese Entwicklung im Gesundheitswesen gab es schon genug. Doch die Politiker haben gepennt und sind nur von einer Wahl zur anderen gestolpert. Bereits 1989 fand für mich die Wende im Gesundheitssystem statt. Nach 24 Jahren Mitgliedschaft bin ich 1989 aus meiner Gesetzlichen Krankenkasse ausgeschieden. In der Privaten Versicherung waren die Beiträge durch mein Alter relativ hoch. So entschloss ich mich zu einer Selbstbeteiligung von 30 Prozent auf alle ambulanten Behandlungen inklusive Rezeptgebühren und Apparatemedizin. Den so „eingesparten“ Betrag überwies ich zur Sicherheit auf eine kapitalisierende Lebensversicherung mit zwölf Jahren Laufzeit. Das Ergebnis war im Jahre 2001 eine Überweisung an mich von 42 000 D-Mark.

So lange es sehr viel einfacher ist, nach den alten Gewohnheiten sich ungesund zu ernähren und in großer Freiheit auf das Rauchen und den Alkohol zu bestehen, so lange wird der Dampfer der Solidargemeinschaft bewegungsunfähig dahindümpeln und immer größere Schlagseite bekommen. Ab und zu wird er von den Wellen der Erkenntnis der Standesvertretungen und der Politiker überrollt, aber nur unwesentlich seine Position verändern.

Auf dem Segel meines kleinen Bootes steht „30-Prozent-Selbstbeteiligung“ und seitdem berühren mich die Diskussionen auf dem Dampfer der Solidargemeinschaft nicht mehr.

Aber mir tut die Jugend leid, die keine Politiker und Gesellschaftsführer hat, um ein neues Schiff der Solidargemeinschaft auf Kiel zu legen, mit einer jungen Generation, die sich ihrer Jugend und Aufbruchstimmung bewusst ist und dafür auf das Rauchen, den Alkohol und dicke Bäuche verzichtet, um sich damit wohltuend von den „Alten“ abzuheben.

E. Steinberg, Berlin

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