Leserbriefe : Unverzagt schreiben

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„Wie frei dürfen Kinder schreiben?“

vom 2. Februar 2006 und „Fela muss ma machn döfn“ vom 1. Februar 2006

In Deutschland wird das schlechte Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule gewissermaßen als anthropologische Konstante empfunden. In den erfolgreichen Pisa-Ländern ist hingegen die gute Zusammenarbeit beider Seiten der Normalzustand. Der Vorteil einer Polemik ist, sie verkauft sich gut, denn alle erkennen sich in irgendeiner Form wieder. Auch Lehrer waren einmal Schüler oder haben Kinder, die Schüler sind. Die Frage ist nun, wem hilft das weiter, außer der Autorin und dem Verlag?

Christine Meyke, Sonderschullehrerin, Berlin-Tempelhof

„Unflätiger Umgang“

vom 2. Februar 2006

In dem Artikel wird mein Standpunkt leider nur sehr stark verkürzt und damit tendenziell missverständlich wiedergegeben: In der Tat habe ich das „Lehrerhasserbuch“ von Frau Unverzagt als „berechtigt“ bezeichnet und habe der Verfasserin als direkt betroffener Mutter von schulpflichtigen Kindern das Recht zuerkannt, polemisch an das Thema heranzugehen. Ich habe dann allerdings zu einem gelassenen, souveränen Umgang mit dieser Kritik seitens der Lehrerschaft geraten, zumal viele der von Frau Unverzagt beklagten Missstände nicht individuell, sondern strukturell bedingt sind, zum Beispiel dadurch, dass Herr Böger hier in Berlin Englischunterricht ab der 3. Klasse einführt, ohne dafür gesorgt zu haben, dass es genügend ausgebildete Englischlehrer zur Umsetzung dieser Reform gibt. Frühen Englischunterricht in die Hände von nicht ausreichend qualifizierten Lehrern zu geben, richtet allerdings in der Tat mehr Schaden an als es Nutzen bringt.

Reinhold Tyrach, Fachleiter Englisch, Paulsen-Gymnasium, Berlin-Steglitz

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