Leserbriefe : Vertretet das gesamte Volk

Zur Nominierung von Gesine Schwan

als Kandidatin für das Amt

des Bundespräsidenten

Der SPD ist mit der Nominierung von Frau Schwan ein prima Schachzug gelungen – auch wenn das Amt nicht erreicht werden sollte. Auf jeden Fall wird es Prozentpunkte in der Wählergunst bringen!

Ulf Jothe, Binz/Rügen

Mit der Nominierung einer eigenen Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl hat die SPD erneut und wiederholt gezeigt, was man von ihren Zusagen halten soll. Langsam aber sicher müßte nun auch dem letzten nicht 200-prozentigen Sozi klar sein, wer in dieser Partei das Sagen hat: nämlich der linke Flügel. Es gibt kaum noch einen Unterschied zwischen diesem Flügel und den Kommunisten, Verzeihung, man sagt ja heute vornehm Linke. Mit der Entscheidung einer eigenen Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl gibt die SPD der Linken die Möglichkeit, bundespolitisch Weichen zu stellen. Und die Linke wird dies genüsslich auszunutzen verstehen.

Man kann nur hoffen, dass die Bürger sowohl die Versprechungen der SPD als auch die unsinnigen und nicht finanzierbaren Programme der Kommunisten richtig bewerten. Wo aber bleibt die CDU? Statt Kapital aus diesem Desaster zu schlagen, dümpelt alles so vor sich hin. Helmut Kohl hätte daraus bestimmt mehr gemacht.

Klaus-Dieter Erler, Berlin-Schöneberg

Es müsste sich auch bei der CDU herumgesprochen haben, dass die politische Alternative ein fester, unerlässlicher Bestandteil der Demokratie ist! Ausgehend von dieser Platitüde verstehe ich nicht die teilweise vehemente Diskussion seitens der CDU über die Entscheidung der SPD, Frau Schwan contra Köhler aufzustellen.

Sollte sie auch mit den Stimmen der Linken gewählt werden – ist eine Bundespräsidentin nicht Vertreterin des gesamten deutschen Volkes?

Roberto Ratto, Berlin-Zehlendorf

Sie beschreiben Frau Professor Schwan als klug und integer. Es stellt sich für mich aber die Frage, ob sie diese Integrität nicht geopfert hat, wenn sie sich einer Wahl stellt, bei der ein Erfolg nach aller Wahrscheinlichkeit nur mit den Stimmen der Linken gelingen kann. Dies ist in meinen Augen Mittäterschaft im Lager der Entmoralisierer, denen der Machthunger über allem steht.

Martin Stephan, Neukirchen-Vluyn

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