Leserbriefe : Vierzig Minuten in die Praxis

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Betrifft: „Sauber gestrickt“ vom 13. Januar 2004

Vor einigen Tagen habe ich die „Vorzüge“ der Praxisgebühr kennen und schätzen gelernt! Da ich leider nicht in der Lage war, eine Treppe hinunter zu gehen, ohne mir den Fuß zu verstauchen, war ich gezwungen, einen Orthopäden aufzusuchen. Fahrstrecke dorthin circa 40 Minuten. Dort zahlte ich zehn Euro, da ich zuvor meine Hausärztin nicht aufgesucht hatte. Wenn mich jetzt der für dieses Quartal eigentlich eher typische grippale Infekt heimsucht, müsste ich meine Hausärztin aufsuchen, die ich in zehn Minuten erreichen könnte. Um dies ohne weitere Zuzahlung zu tun, benötige ich aber die Überweisung vom Orthopäden! Ich darf also erst vierzig Minuten schniefend und fiebernd zu diesem fahren, die Überweisung abholen, dann von dort circa dreißig Minuten zurück in die Gegenrichtung (wieder als Bazillenschleuder) zu meiner Hausärztin!

Einen Sinn sehe ich darin nicht, aber es treten mindestens zwei „Nebenwirkungen“ ein:

1. wird der Umsatz von Benzin erhöht und

2. die Zahl der Arztbesuche durch diejeni–

gen, die ich angesteckt habe, erhöht.

Wer bezahlt mir eigentlich den „Stundenlohn“ für diese überflüssige Reise?

Weshalb hat man nicht einfach die Beiträge um bis zu 3,33 Euro pro Monat (oder einen anderen Betrag) pauschal erhöht? Das hätte selbst die, die nicht in jedem Quartal zum Arzt gehen nicht wesentlich gestört!

Jörn Möhring, Berlin-Lichterfelde

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