Leserbriefe : Wähler werden sich erinnern

„Problemkieze / Und wo ist Wowereit?“ von Tissy Bruns vom 25. Januar

Dem Kommentar kann ich nur uneingeschränkt zustimmen. Der kritische Bürger, der betroffene Mensch und der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes schwankt, ob er die Landespolitiker und die Bezirksverwaltungen für ahnungslos oder zynisch halten soll, wenn er diese neuesten Worthülsen zu hören bekommt wie solidarische Stadt, Mentoren für Familien, soziale Integration u. a. mehr. Seit Jahren weisen Statistiken und unzählige Analysen auf die fortschreitende soziale Desintegration und Verelendung gerade in den Berliner Innenstadtbezirken hin – neben den bekannten Glitzerecken. Pressemeldungen und Hilfe in kleiner Münze haben diese langjährige Entwicklung nicht aufhalten können.

Was die Politiker jetzt ihr soziales Gewissen entdecken lässt, ist das schlechte Wahlergebnis der SPD in Berlin bei der letzten Bundestagswahl – die aktuellen Umfragen sind nicht besser – und die Angst, dieses Ergebnis könnte sich bei der nächsten Landeswahl wiederholen.

Die Eltern mit behinderten Kindern werden sich daran erinnern, dass Therapien in Kitas gestrichen werden und daß sie immer wieder um Schulhelfer betteln müssen. Jugendliche, die dann vielleicht schon Wahlbürger sind, erinnern sich an die Schließung ihrer vertrauten Freizeiteinrichtung. Und eine Reihe anderer Menschen mit gutem Gedächtnis werden sich ebenfalls an die Wohltaten der letzten Jahre erinnern. Wahltag ist Zahltag.

Dr. Thomas Abel, Berlin-Moabit

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