Leserbriefe : Weniger Kassen wären mehr

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„Kassen bauen Schulden ab und erhöhen Gehälter“ vom 7. März 2005

Es ist beruhigend zu wissen, dass in diesen unsicheren Zeiten wenigstens eines noch Bestand hat: die Selbstbedienungsmentalität bei den staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen. Die Milliardeneinsparungen der Krankenkassen, die durch die vielen Opfer der Zwangsversicherten (Quartalspauschale, höhere Zuzahlungen, usw.) zustande gekommen sind, reichen für Beitragssenkungen nicht aus – aber wohl, um Leistungsboni für deren Vorstände zu rechtfertigen. War es eine Leistung, dass dieselben Kassen vorher Schulden in Milliardenhöhe angehäuft haben? Obwohl dies gesetzlich verboten war? Warum regt sich niemand – weder Regierungskoalition noch Opposition – darüber auf?

Deutschland wäre gut beraten, diese Situation als Anlass für eine Generalüberholung des Kassensystems zu nutzen: Die Kassen, die gesetzeswidrig Schulden gemacht haben, gehören aufgelöst. Allein die Einsparung durch den Wegfall von über 100 kompletten Vorstandsetagen (mehr als 100 Kassen stünden dann immer noch zur Auswahl) dürfte für eine Beitragssenkung von mindestens einem Prozentpunkt reichen.

Jeff Zalkind, Berlin-Charlottenburg

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