Leserbriefe : Wer ist desorientiert?

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Betrifft: „Sparzwang am stillen Örtchen“ vom 28. September 2002

Es ist kurios genug, wenn Toilettenpapier aus dem Lehr- und Lernmitteletat einer Schule bezahlt werden muss. Dies dürfte daran liegen, dass der eigentlich dafür vorgesehene Etat bereits ausgeschöpft sein wird.

Allerdings sind es ja wohl die Vorgaben des Senats, die die Bezirke und ihre Einrichtungen dazu nötigen, merkwürdig anmutende Umwege zu erfinden, um ihren Bedarf auf verschlungenen Wegen zu decken. Die Sparzwänge, denen der Senator unterliegt, scheinen leider nicht dazu zu führen, dass er sich mit der Situation der Einrichtungen vertraut macht, trotz der angekündigten „Bildungsoffensive". Wir Eltern dürfen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir zu dem persönlichen Einsatz (Begleitung bei Ausflügen, Bezuschussung und Vorbereitung schulinterner Veranstaltungen) und den Kosten für Lehr- und Lernmaterial, Fahrtkosten, Eintrittsgeldern für Museen nun eben noch Toilettenpapier kaufen müssen.

Vor dem Hintergrund unnötiger bis schwachsinniger Verwaltungsausgaben wie zum Beispiel der Umzug des Landesschulamtes, der gerade rückabgewickelt wird, stellt sich die Frage, wer hier „desorientiert“ ist.

Karin Schoele, Berlin-Zehlendorf

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