Leserbriefe : Windkraft kann Kernkraft nicht ersetzen

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„Strahlender Irrsinn“ vom 5. Juli 2005

Nicht strahlender Irrsinn, sondern irrsinnige Positionen, so stellen sich mir die Ausführungen von Herrn Wobben dar. In unserem Land wird der Strom etwa zur Hälfte aus Braun und Steinkohle und zu einem Drittel aus Kernenergie erzeugt und das seit vielen Jahren und noch für viele Jahre. Wie kann man da von einem „Weg zurück ins fossil-nukleare Zeitalter“ sprechen? Wir sind noch immer mittendrin. Die deutschen Kernkraftwerke als sicherste der Welt machen seit über 30 Jahren soliden Betrieb, daran ändern auch die Bemerkungen „schwerer Unfall“ und „terroristischer Anschlag“ nichts. Warum diese sicheren Anlagen nicht über die Zeit betreiben, für die sie ausgelegt sind?

Wir können das fossil-nukleare Zeitalter erst verlassen, wenn wirkliche Ersatzlösungen wie z. B. Brennstoffzellen greifen. Die Windräder von Herrn Wobben sind kein Ersatz. Wegen des nicht steuerbaren Windaufkommens liegt die Ausnutzungsdauer von Windkraftwerken nur bei 20 bis 25 Prozent der 8760 Volllaststunden eines Jahres. Bei Ausfall oder Teilausfall von Windstrom stellen fossile Kraftwerke die fehlende Leistung bereit. Windkraft ist ein Substitut, das hilft, den Kohleverbrauch und damit die Emissionen zu reduzieren und die Vorräte zu strecken. Dies funktioniert mit Steuersubventionen und einer Einspeisevergütung für Windstrom, die mehr als das Doppelte des Marktpreises für nicht subventionierten Strom ausmacht. Die ausgegebenen und noch fließenden Windmilliarden oder die Gelder für den Wind-Irrsinn wären besser bei Energiewissenschaft und -forschung angelegt.

Volker Scholten, Berlin-Frohnau

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