Leserbriefe : Wozu amerikanisches Militär?

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Betrifft: „Schröder macht einsam“ im Tagesspiegel vom 8. Februar 2003

Lebe ich in einem anderen Land als der Autor? Unser Deutschland war noch nie so in Bewegung wie in diesen Wochen. Es ist hier weder beängstigend gelassen, noch gelähmt, noch herrscht eine gespenstische Ruhe. Deutschland hat sich nicht eingeschlossen, sondern ist dabei, einen gewaltigen und mutigen Schritt zu tun, sich von den uns von Amerika auferlegten Zwängen freizumachen.

Täglich wird an vielen Orten mit unterschiedlichsten Formen gegen diesen geplanten Aggressionskrieg der USA aufgetreten. War der Autor nicht auf einer dieser vielen?

Es stimmt: Freiheit und Sicherheit der alten BRD war vor den Wendezeiten von den USA garantiert. Doch der damalige Feind hat sich friedlich aufgelöst. Und heute sind wir nur noch von Freunden umgeben. Wozu dann noch amerikanisches Militär hier? Sind wir doch nicht so souverän? Wäre es nicht besser, die Amerikaner ziehen ihr gesamtes Militär ab und lassen uns im wahrsten Sinne des Wortes „in Frieden“?

Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zu einem Kristallisationspunkt bei der Verhinderung dieses angedachten wahnsinnigen Krieges. Es findet – davon bin ich zutiefst überzeugt – zunehmende Unterstützung und neuen Spielraum. Das Spiel ist eben nicht vorbei, wie Bush erklärt. Dieser Satz ist eine Armuts und Bankrotterklärung der USA-Administration. Wer sich der USA-Position für einen Krieg anschließt, sollte sich schnellstens eine USA-Uniform holen und in die erste Reihe gehen, wenn er diesen Krieg mit Ungeduld erwartet.

Der Autor schreibt, Schröder tut nichts, um Saddam zum Gang ins Exil zu bewegen. Würde er ihn bei sich aufnehmen?

Werner Heiden, Berlin-Friedrichshain

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