Leserbriefe : Zu wenig Klinikbetten

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Betrifft: „MeningitisTod eines Vierjährigen – Haben die Ärzte versagt?“ im Tagesspiegel vom 23. März 2003

Zum Todesfall durch Meningitis im Krankenhaus Friedrichshain ist folgendes anzumerken:

In Folge der von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und den Krankenkassen seit Jahren durchgeführten Bettenkürzungen in der Hauptstadt können hier sehr häufig nicht mehr Kinder mit einem schweren Infekt stationär aufgenommen werden. Dadurch reduziert sich auch das Wissen der Mediziner um den Verlauf schwerster atypischer Infekte, zum Beispiel der Meningokokken-Meningitis, ganz erheblich.

Wenige Stunden nach der ersten Abweisung im Krankenhaus war das Kind bereits tot. Das spricht dafür, dass es bereits am Dienstagabend um 18.30 Uhr, als es sein Vater das erste Mal im Krankenhaus Friedrichshain vorstellte, schwerst krank gewesen sein muss. Es ist nicht zu erklären, dass es damals nicht die geringsten Symptome eines Meningismus (Nackensteife) aufgewiesen haben soll. Den Dienst habenden Arzt anzuklagen, dürfte die falsche Adresse sein. Strafanzeige müsste hier gegen die Senatsverwaltung für Gesundheit und gegen die Krankenkassen gestellt werden.

Dr. med. Annemarie Wiegand,

Berlin-Hansaviertel

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