Linke : Im Abwind

Der Niedergang der Linken in Berlin hat viele Ursachen – an ihrem Spitzenkandidaten, Wirtschaftssenator Harald Wolf, liegt es aber am wenigsten. Eher daran, dass die Partei überhaupt mitregiert. Das hatte ihr ein harter Kern früherer Stammwähler schon 2006 nicht verziehen, als die Ex-PDS im Ostteil der Stadt von 47,6 Prozent bei der Wahl 2001 auf 28,4 Prozent abgerutscht war. Klaus Wowereits doppeltes, langfristiges Kalkül beim Start der rot-roten Koalition vor zehn Jahren ist offenbar aufgegangen: Die Umarmung durch die SPD hat die demokratische Nachfolgeorganisation der SED jetzt noch einmal Lebenskraft gekostet, und parallel zu ihrem Wählerschwund wuchsen die Sozialdemokraten schon 2006. Dass die Linke die Sparanstrengungen und Personalreduzierungen im öffentlichen Dienst pflichtbewusst mitgetragen hat, bringt keine Pluspunkte bei einer Klientel, die auf Staatswirtschaft setzt und zudem durch Überalterung ganz von selbst dezimiert wird. Nimmt man dann noch Grußadressen für Fidel Castro und Mauerbekenntnisse dazu, hat man ein Wahlergebnis, das 21 Jahre nach der Wiedervereinigung niemanden überraschen kann. apz

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