Madeleines Eltern in Berlin : Auf der Suche

Es sind genau 237 Kinder – so viele Mädchen und Jungen sind in Berlin verschwunden. Manche erst seit wenigen Wochen, manche schon seit vielen Jahren. Darunter sind Schicksale wie das der 14-jährigen Georgine Krüger aus Moabit, die seit September 2006 gesucht wird oder auch der zwölfjährigen Sandra Wissmann, die 1999 spurlos verschwand. Welch furchtbare Schicksale für die Familien, die möglicherweise für immer mit einer quälenden Ungewissheit leben müssen, sich dahinter verbergen, kann jeder ermessen, der selber Kinder hat. Wenn die Eltern des in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine nun alles tun, um ihr Kind gesund und unversehrt wiederzufinden, dann haben sie dabei das Mitgefühl aller Eltern. Wer wollte es ihnen auch verübeln, größtmögliche Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken – egal, ob mit einem Besuch beim Papst in Rom oder in Berlin mit einer Visite beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Vor zehn Tagen war übrigens der „Internationale Tag der vermissten Kinder“. Eine Elterninitiative erinnerte in der Hauptstadt an Berlins verlorene Kinder. Das war’s. Die Politik ignorierte den Tag weitgehend. Und einen Empfang für Eltern von verschwundenen Kindern hat es im Roten Rathaus auch noch nie gegeben. gn

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