Meinung : Männerfreunde

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Natürlich wollte der Ex-Bundeskanzler auch, dass sein Buch über sich selbst und die große Welt erfolgreicher wird als die vielen des Ex-Schatzkanzlers über die große Welt und seine Ideen. Das sagt er selbst. Insofern handelt es sich unverändert um einen Wettbewerb zwischen Schröder und Lafontaine. Freunde werden die beiden auch nicht mehr, das ist die Summe aus den Passagen der Veröffentlichungen, in denen sie sich mit der Bilanz des jeweils anderen befassen. Eher Männerfreunde, was ironischer- und passenderweise an Kohl und Strauß erinnert: Der eine war der Kanzler, der andere der, von dem viele und auch er selbst dachten, er hätte es besser gekonnt. Mindestens aber, dass der Amtsinhaber es nicht wirklich kann. Sei’s drum, ob Lafontaine Schröder für einen Gescheiterten hält und der wiederum den anderen für einen Davongelaufenen – sie zollen einander Respekt. Zuletzt jetzt Lafontaine Schröder in seiner Buchrezension. Wahr ist ja auch: Schröder war der bessere Kandidat, der der SPD die letzten Prozente für den Sieg bringen, Lafontaine der Mann, der ihn planen konnte. Talente anzuerkennen schien ihnen beiden nicht mehr möglich zu sein. Jetzt aber. Was der SPD im Bund noch nicht direkt eine neue Option öffnet – doch in jedem Fall ein Drohpotenzial. cas

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