Meinung : Makabere Inszenierung

„Schatz, wir fahren nach Afghanistan!“

von Lorenz Maroldt vom 15. Dezember und „Die Guttenbergs / Unter den Laternen“

von Malte Lehming vom 14. Dezember

Klar sind Veranstaltungen aus Deutschland bei unseren Truppen in Afghanistan sehr willkommen,auch solche des Verteidigungsministers. Die Verbundenheit mit zu Hause braucht eindeutig Stärkung. Der Auftritt hat, und das ist erfreulich, für gesteigerte Aufmerksamkeit gesorgt.

Dr. Sepp Seyfert, Berlin-Steglitz

Der Kommentar von Malte Lehming zum „Familienausflug“ der Guttenbergs nach Afghanistan ist sehr ärgerlich. Man sollte meiner Meinung nach diese offensichtlich von den Medien in ihrer Bedeutung überschätzten „Herrschaften“ journalistisch auf das ihnen gebührende Maß zurechtstutzen: höchstens einen Dreizeiler in der Rubrik „Vermischtes“.

Wolfgang Jung, Buchholz

Der Besuch des Ehepaars Guttenberg in Afghanistan ist reine Profilierungssucht und soll den Verteidigungsminister nur noch weiterbringen auf seinem Weg in das Kanzleramt. Ich finde diese makabere Inszenierung an der Kriegsfront geschmacklos und wenig hilfreich, die Probleme vor Ort wirklich zu lösen. Jetzt fehlt nach der Talkshow mit Kerner nur noch, dass das Fernsehen den Musikantenstadl aus Afghanistan sendet oder gar ein Wunschkonzert zu Weihnachten veranstaltet. Mit solchen durchschaubaren Manövern gewinnt man keine Akzeptanz in der Bevölkerung für den überflüssigen deutschen Kriegseinsatz!

Thomas Henschke,

Berlin-Waidmannslust

Ungewöhnlich war die Reise des Verteidigungsministers mit seiner Gattin schon, und sicher gibt es manches seriöse Contra oder Bedenken. Indes: Was vor allem von der Opposition kommt, leidet unter Einseitigkeit des Blickwinkels. Ich vermisse den Aspekt der positiven Wirkung des Ereignisses auf Soldatinnen und Soldaten, die zum ersten Mal das Gefühl haben können, nicht nur mehr oder weniger gesichtslose politische Pflichtbesuche über sich ergehen lassen zu müssen.

Fritz Matern, Berlin-Frohnau

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