Masern in Berlin und Brandenburg : Gefährliches Zögern bei der Impfpflicht

Überall machen Vorschriften aus Gesundheitsgründen das Leben schwer. Aber ausgerechnet die Impfpflicht verstößt gegen Bürgerrechte? Hannes Heine kommentiert.

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Ein Kreuzchen im Impfpass zeigt, ob eine Masernimpfung erfolgt und der Impfschutz noch gültig ist.
Ein Kreuzchen im Impfpass zeigt, ob eine Masernimpfung erfolgt und der Impfschutz noch gültig ist.Foto: dpa

Es geht immer weiter. Erstens, die Masernwelle. Zweitens, die Ignoranz potenziell Betroffener. Und drittens, das gefährliche Zögern gewählter Profis. Dass sich eine Infektionskrankheit nur verbreitet, wenn sich ein signifikanter Bevölkerungsteil nicht impfen lässt, ist bekannt: Nur kümmert es die Impfgegner nicht, sie warten ab – und gefährden dabei diejenigen, die sich zwar impfen lassen wollen, es aber wegen seltener Vorerkrankungen nicht dürfen.

Angesichts dessen ist die Position der Brandenburger Gesundheitsministerin unverständlich. Eigentlich wird Diana Golze fraktionsübergreifend gelobt. Nur bei den Masern hat die Linken-Politikerin nicht dazulernen wollen. Sie beharrt auf falscher Liberalität. Während der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja eine Impfpflicht forderte und damit auch Kritiker in seiner CDU provozierte, bleibt Golze trotz steigender Infektionszahlen bei ihrer Ablehnung einer Pflicht.

Wozu ist der Staat eigentlich da? Ein Wirt darf aus Gründen der allgemeinen Gesundheit nicht mehr in seiner eigenen Kneipe rauchen, aber ausgerechnet das Impfen will in der Politik kaum jemand durchsetzen.

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