Meinung : Matthies meint: Del Tlanslapid-Tlick

Ist Gerhard Schröder am Ende? Der Vorrat der Koalition an technisch brauchbaren und historisch unbelasteten Ministern wird allmählich knapp, zumal die Enthüllungen aus ganz und gar unerwarteten Richtungen kommen. Trittin und die Göttinger Mescalero-Affäre weisen in eine völlig neue Richtung oppositioneller Strategien: Ist Familienministerin Christine Bergmann, beispielsweise, in der Lage, sich glaubhaft vom Kommunistischen Manifest zu distanzieren, der ideologischen Basis jenes Staates, in dem sie immerhin wichtige Jahrzehnte ihres Lebens verbracht hat? Wird sie sich für die Folgen entschuldigen? Ein Fall für Generalsekretär Meyer! Dennoch ist offenkundig, dass Schröder, der Mann mit der von jeglicher klammheimlicher Freude freien Juso-Vergangenheit, in der Lage ist, die schwierige Regierungsarbeit notfalls komplett selbst zu erledigen. So hat er als Wirtschafts- und Außenminister in Personalunion den Verkauf des Transrapids an China persönlich gewuppt, durch einen einfachen Anruf bei Ministerpräsident Zhu Rongji. Was wird er dem mächtigen Kollegen gesagt haben? "Kommt uns mal ein Stück weit entgegen", könnte er vorgeschlagen haben, "damit wir demnächst Berlin-Peking in drei Stunden fahren können." Nein, so einfach ist das nicht. Bestechung? Aber was könnte Schröder anbieten? Sagen wir mal so: Wenn Stefan Raab demnächst das Lied "Bling mil mal nen Tlanslapid" mit Originaltönen von Zhu Rongji auf den Markt bringt und davon Millionen Platten verkauft - dann werden wir ganz genau nachschauen, wohin die Tantiemen fließen.

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