Meinung : Matthies meint

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Seit seiner denkwürdigen Gut-so-Rede gilt Klaus Wowereit als eine Art Sprachschöpfer im Wartestand, als einer, der den Worten Flügel zu verleihen vermag. Folglich liegen wir jeden Tag auf der Lauer, wann es wieder so weit sein wird - doch seit Tagen nur Routine. Beiläufige Dinge wie die Bemerkung, man verhandele "ergebnisoffen" - Politikerlatein. Nie wird man uns mitteilen, die Verhandlungen würden ergebnisgeschlossen geführt, denn dann wären es ja keine Verhandlungen, nicht wahr? Dann, doch noch, ein Wowereit-Wort zur rechten Zeit: Zwischen Rot und Grün "hängt das Lot gerade". Mmmh, sagten wir zunächst, komisch. Was meint er? Hängt da nicht eher der Haussegen? Und zwar schief? Oder geht es in Wirklichkeit um die Waage der Justitia, die sich im rot-grünen Gleichgewicht befindet? Und würden wir nicht durchaus erwarten, dass jegliches Lot auch dann aus Prinzip gerade hängt, wenn es sich beispielsweise mitten zwischen George Bush und Osama bin Laden befände? Gregor Gysi allerdings wäre in der Lage, das Ding aus der Senkrechten wegzuformulieren, und wir ahnen, was Wowereit sagen wollte: Lieber lot-grün als rot-rot.

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