Meinung : Mazedonien: Die Reservearmee

hmt

Zum Thema Online-Umfrage: Soll sich die Bundeswehr am Mazedonien-Einsatz der Nato beteiligen?
Chronologie: Auslandseinsätze der Bundeswehr
Hintergrund: Die NATO-Operation "Essential Harvest"
Die Beteiligten: Welches Land wieviel Soldaten nach Mazedonien schickt Guido Westerwelle hat sich dieser Tage streng dagegen verwahrt, das allmähliche Einschwenken der Liberalen in der Mazedonien-Frage mit innenpolitischen Motiven in Verbindung zu bringen. Streng nach der Sache entscheide die FDP. Wenig später ist Westerwelle dann ein wahres Meisterstück liberaler Sicherheitspolitik gelungen: Nach einem Einzeltreffen im Kanzleramt verkündete Westerwelle, Gerhard Schröder sei auf sein Drängen hin nun endlich bereit, mehr Geld für die Sicherheit der Soldaten auszugeben, falls das nötig werde. Ja, kann man sich einen Kanzler vorstellen, der ein paar Millionen mehr verweigern würde, wenn davon das Leben deutscher Soldaten abhinge? Nun war der Kanzler der Opposition tatsächlich entgegengekommen, als er zusagte, die Mission nicht aus dem Wehretat zu bezahlen. Weil mehr nicht zu gewinnen war, brilliert die FDP-Spitze nun auf dem Feld symbolischer Politik, damit jeder ihre hilfreiche Rolle wahrnimmt und sie als Reservepartner der SPD in Frage kommt. Schröder spielt mit, auch SPD-Fraktionschef Struck lobt die Liberalen. Übrig bleibt nur die Union, nun ganz allein im Haus der Verweigerer. Ganz allein? Ach, da ist ja noch jemand, der da wirklich hingehört: die PDS.

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