MDR-Finanzspekulation : Gezockt

Der MDR muss dafür sorgen, dass die üppigen Gelder zu Anfang einer Gebührenperiode auch für die schwierigeren Zeiten bis zur nächsten Erhöhung ausreichen. Doch für den Umgang mit diesen Geldern gibt es keine Transparenz.

Kurt Sagatz

Peter Escher ist der Ratgeberonkel des Mitteldeutschen Rundfunks MDR. Vor kurzem ging es in seiner Sendung „Escher“ um den richtigen Umgang mit Geldanlagen nach dem Börsencrash – ein heißes Eisen auch für den Sender. Nachdem sich der in Leipzig beheimatete MDR gerade erst von hochriskanten Ecuador- und Argentinien-Anleihen erholt hat, sieht sich der Sender erneut dem Vorwurf ausgesetzt, Gebührengelder verzockt zu haben. Zum Teil ist das Problem strukturell bedingt und hängt auch mit der öffentlich-rechtlichen Gebührenfinanzierung zusammen. So kann sich der MDR eben nicht allein auf Sendungen wie „Riverboat“ oder „In aller Freundschaft“ konzentrieren. Er muss zugleich dafür sorgen, dass die üppigen Gelder zu Anfang einer Gebührenperiode auch für die schwierigeren Zeiten bis zur nächsten Erhöhung ausreichen. Unverständlich aber ist, dass es für den Umgang mit diesen Geldern keine ARD-weite Transparenz gibt, nicht im Großen und schon gar nicht in den Details. Der MDR muss offenlegen, ob und wie viel Geld verloren ging. Doch selbst ohne Verluste wurde durch die Spekulationen an sich ein Stück Ansehen verzockt. sag

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