Meinung : Mit Meister Merz auf dem Prüfstand

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Unser Sozialstaat ist schon sehr, sehr klapprig. Die Lenkung zieht nach rechts, die Konjunkturbremsen schleifen , und nun leuchtet auch die verfluchte rote Lampe schon wieder: Defizitwarnung aus Europa! Da hilft nur eins: Auf den nächsten Parkplatz fahren und den Pannendienst verständigen. „Merz“, stellt sich der Monteur vor, „Friedrich Merz“. Er klappt die Haube hoch, nestelt ein wenig am Sozialhilferegler, justiert den Ruhestrom des ABM-Rechners – und kommt dann zu einem niederschmetternden Ergebnis: „Der Sozialstaat muss auf den Prüfstand.“ Schnell am Haken in die Staatswerkstatt Stoiber&Späth: Die Bühne hebt sich, Meister Merz setzt einen riesigen Schlüssel an, Krach! fällt die Gewerbesteuerumlage auf den Boden. Dahinter wird der Kombilohnverstärker sichtbar, schwarz verkrustet. Merz zeigt einen verschmierten Finger: „Alles überschüssige Sozialhilfe“, sagt er, klopft gegen das Gehäuse, es staubt. Das Job-aktiv-Filter ist vollkommen verstopft, falsche Größe. „Das ist ja überhaupt kein Originalteil!“ rügt Merz, „wer hat denn das in den Sozialstaat eingebaut?“ Wir waren bei Schröder und Riester, räumen wir ein, der jungen, aufstrebenden Werkstatt. Der Sozialstaat wird in die Ecke geschoben, es quietscht. „Die Westerwelle“, sagt Merz. Ja, das wird teuer. Sehr teuer.

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