Meinung : Mr. Mystery

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Wie heißt er denn nun wirklich, unser frisch gebackener Nobelpreisträger für Literatur? „J. M. Coetzee“ steht auf seinen Büchern, von denen auf Deutsch ein Dutzend erschienen sind. Aber wie spricht man den südafrikanischburischen Nachnamen aus? Und was verbirgt sich hinter den Initialen „J. M.“? Wir bei der Zeitung können uns in Aussprachefragen aus der Affäre ziehen. Aber bei den Kollegen von Funk und Fernsehen ging es durcheinander wie Kraut und Rüben. Die Agenturen empfahlen den Sprechern zunächst „Koitschía“, korrigierten kurz darauf zu „Kudzíje“. Coetzees Verlag S. Fischer bestand jedoch auf „Kudzí“, die „Tagesthemen“ entschieden sich für „Kúdzi“, mit Betonung auf der ersten Silbe. Und seine Vornamen? Ein Lexikon meint „Jean Marie“, ein anderes „John Marie“, ein drittes „John Michael“. Die Stockholmer Jury entschied sich für etwas ganz anderes: Sie taufte den Preisträger gar auf „John Maxwell“. Der Verlag weiß auch nicht weiter. Coetzee kürze seine Vornamen eben immer ab, „möglicherweise gefällt ihm sein Name nicht.“ Aber auch, wenn er Mombert oder Mumme hieße – würde man ihm das nicht spätestens jetzt nachsehen? Es heißt, dass Insider sich längst auf einen Namen geeinigt hätten: auf John Mystery Coetzee.mel

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