Meinung : Mut zur Lücke

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Wenn sich SPD-Chef Kurt Beck mit dem Plan durchsetzen kann, die Zahl seiner Stellvertreter von fünf auf drei zu reduzieren, wäre das ein bemerkenswerter Erfolg des als schwach eingestuften Parteivorsitzenden. Fest steht, dass die bisherige Proporzlösung zwar den davon profitierenden Landesverbänden schmeichelt und sich vor Wahlen gut macht, der Partei aber weder programmatisch noch politisch viel bringt. Weder an Ute Vogt noch an Elke Ferner, weder an Bärbel Dieckmann noch an Jens Bullerjahn, alle vier persönlich sehr integer, knüpft sich die Erinnerung an herausragende Auftritte. Mit Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier hätte Beck künftig andere politische Kaliber an seiner Seite. In diese Kategorie fällt Andrea Nahles (noch) nicht, aber sie sichert die SPD gegen die Linkspartei ab. Das Fehlen eines Ostdeutschen im Führungsgremium kann man bedauern, aber das ist eben auch eine Frage des Formates. Und Steinmeier tritt ja 2009 in Brandenburg an der Havel an. Ob nur als einfacher Abgeordneter oder als Kanzlerkandidat wird man dann sehen. Beck will ihn nun schon einmal uneigennützig positionieren. apz

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