Nazi-Raubkunst : Sprechende Bilder

Geschichte kann ja so langweilig sein. Jedes Jahr werden zum 9. November Bilder von brennenden Synagogen gezeigt, und Politiker sagen mit ernsten Gesichtern gewichtige Sätze über die Pflicht zur Erinnerung und die Verantwortung, die weiterlebt. Es sind Worte, die in den meisten Fällen im Turboalltag vorbeifliegen. Bilder, die jeder schon hundert Mal gesehen hat. Schulklassen, denen Auschwitz oft nicht mehr ist als ein Kapitel im Geschichtsunterricht. Und dann tauchen plötzlich hunderte wertvoller Bilder auf, die, soweit man glauben darf, einst aus Museen als „entartet“ entwendet oder ihren jüdischen Besitzern geraubt wurden, bevor man diese in den Tod geschickt hat. Die meisten dieser Kunstwerke galten als längst vergessen. Genau wie die Menschen, die sie gesammelt und in ihren Wohnzimmern gehütet haben. Eine Sensation, wenn es stimmt. Und ein Blick in die Geschichte, wie er kaum plastischer begreifbar macht, was damals geschehen ist. Siebzig Jahre sind seither vergangen. Und doch erinnert das Leben noch immer mit neuen Farben an das, was Furchtbares in unseren Häusern, Straßen und Schulen geschehen ist. Geschichte kann so spannend sein. asi

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