Opel : Nach vorne

Ohne die Bundesregierung gäbe es Opel nicht mehr, hebt die Kanzlerin hervor. Dabei ist von Politik und Gewerkschaft jetzt kühles strategisches Denken gefragt.

Moritz Döbler

Die Zukunft von Opel beschäftigt die deutsche Politik seit einem Jahr. Doch erst mit der Abkehr des US-Staatskonzerns General Motors vom Verkauf der Tochter entwickelte sich der Fall zur Staatsaffäre. Die Kehrtwende hat Deutschland (und obendrein Russland) brüskiert. So erklärt sich der scharfe Ton, den Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung zu diesem Thema angeschlagen hat. Ohne die Bundesregierung gäbe es Opel nicht mehr, hob die Kanzlerin hervor. Der Mutterkonzern habe seiner Verantwortung für die europäischen Arbeitsplätze nicht nachkommen können. Zweifellos hat sie recht. Doch dass GM sich berappelt und die Tochter eben nicht aus der Hand geben will – das muss keine schlechte Nachricht sein, wenn es um die europäischen Arbeitsplätze geht. Schon geht GM auf die Belegschaft zu und verspricht den Opelanern mehr Eigenständigkeit. Nun geht es darum, den Magna-Plan innerhalb der seit immerhin 80 Jahren bestehenden Verbindung von GM und Opel umzusetzen, gar zu verbessern. Es mag schwer sein, den Ärger runterzuschlucken, aber dafür lohnt es sich. Von Politik und Gewerkschaft ist jetzt kühles strategisches Denken gefragt, um die Zukunft von Opel gemeinsam mit GM zu gestalten.

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