Opel : Viertes Rad am Wagen

Bochum werden die Bosse von General Motors nicht ansprechen, wenn sie heute die Bundeskanzlerin besuchen. Und Angela Merkel wird mitspielen und das großartige Engagement der Amerikaner betonen, die bis 2016 mit vier Milliarden Euro ihre deutsche Tochter überholen wollen. Das ist ja auch prima. Allerdings haben die GM-Manager nach turbulenten Jahren mit ständigen Personal- und Strategiewechseln inklusive gebrochener Zusagen inzwischen die Vertrauenswürdigkeit von halbseidenen Gebrauchtwagenhändlern. Immerhin hat Europachef Steve Girsky in den vergangenen Monaten einen sauberen Tarifvertrag mit der IG Metall ausgehandelt, der nun auch mithilfe der vier Milliarden umgesetzt werden kann. Die Opel-Beschäftigten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach haben nun eine Zukunft. Diese drei Standorte sind auch deshalb sicherer geworden, weil der vierte wegfällt. Die Bochumer Belegschaft hat gegen den Tarifvertrag votiert und sich damit selbst abgeschossen. „Wir akzeptieren die Entscheidung“, sagt Girsky und suggeriert Bedauern. Tatsächlich sind die Manager froh, von den Beschäftigten selbst die Legitimationsgrundlage für die Schließung des Werks bekommen zu haben, das wegen der enormen Überkapazitäten nicht mehr gebraucht wird. alf

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