Parteien : Die Wiederbelebung der FDP

Ist da noch Leben in der FDP? Monatelang konnte man die Frage locker verneinen – zu abgetaucht schien die Führungsspitze nach all den Mövenpick-Rabatten, Spätrömische-Dekadenz-Debatten und Atom-Anbiederei. Nun aber erleben wir ein Restzucken.

Sebastian Bickerich

In der Zuwanderungsdebatte entdeckt die Partei ihren liberalen Kern wieder und wirbt um Zuwanderung von Fachkräften. Beim ethischen Grundsatzthema Präimplantationsdiagnostik zwingt sie Angela Merkel, die Abstimmung im Bundestag freizugeben. Und im Streit um Hochtief lehnt die FDP ein Verstaatlichungsgesetz ab – und setzt damit bei der schwankenden Kanzlerin ordnungspolitische Vernunft durch. Alle drei Themen sind keine Gassenhauer, Wahlen lassen sich so noch lange nicht gewinnen. Doch immerhin scheinen einige bei den Liberalen sich daran zu erinnern, dass die Partei kein Spartenverein ist, sondern eine inhaltlichen Überzeugungen verhaftete politische Strömung im Land. Nur einen Schönheitsfehler hat die liberale Wiederbelebung: Sie geht fast ausschließlich vom Generalsekretär aus. Parteichef Westerwelle schweigt – von Indien aus. Den Liberalen tut er damit wohl den größten Gefallen.

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