Meinung : Partnerschaft für Frieden

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Wenn China und Russland gemeinsam marschier’n, kann Österreich kapitulier’n“, dichtete der Kabarettist Georg Kreissler in den 60er Jahren. Im Kalten Krieg hat die potenzielle Bedrohung durch ein Militärbündnis der beiden kommunistischen Mächte die strategischen Fantasien beflügelt, aber dort – in der Vergangenheit – sollten solche Gedankenspiele auch bleiben. Heute darf man froh sein, wenn Peking und Moskau ihre Soldaten ins gemeinsame Manöver schicken. Das dient genauso der Vertrauensbildung wie zuvor die ersten Nato Manöver mit Ex-Ostblock-Staaten im Programm „Partnerschaft für den Frieden“. Die absteigende und die aufsteigende Supermacht sind keine geborenen Verbündeten gegen den Westen. Dafür haben sie viel zu viele Konflikte miteinander, von der Handelskonkurrenz über die Migration bis zum Umgang mit abtrünnigen Volksgruppen an ihrer langen Grenze. Ideologisch verbindet sie kaum noch etwas. Gewiss liegt es in beider Interesse, der Weltmacht Amerika Grenzen zu setzen. Aber ohne deren High- Tech-Produkte und – im Fall Chinas – ohne den Absatzmarkt USA können sie ihre eigenen Großmacht-Ziele vergessen. cvm

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