Meinung : Pleiten, Pech und Viren

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Die deutsche Hauptstadt hatte sich für einen Vogelgrippe-Fall gewappnet. Krisenstäbe tagten, Tamiflu und Schutzanzüge wurden bei den Veterinärämtern gelagert, Flatterband und Plastiksäcke geordert, Seuchenwannen und Tötungsboxen bereitgestellt, die Öffentlichkeit informiert. Berlin war also bestens vorbereitet. Und nun das: Wir haben die Vogelgrippe in Berlin – nur niemand weiß, wo. Es gab wohl eine Panne beim Einsammeln oder Eintüten, genau ist das nicht zu klären. Nun bleibt wohl für immer ungewiss, auf welchem Flecken Berliner Erde der tote Mäusebussard zu Boden gefallen ist. Pannen sind menschlich, und sie sind im Dauerstress, wie sie ihn Feuerwehrleute und Labormitarbeiter derzeit erleben, vielleicht sogar zu erwarten. Und doch verdeutlicht das Versehen, dass die Behörden noch aufmerksamer, noch penibler hingucken müssen. Denn es gab nicht nur Pannen während der Analyse. Da widersprechen sich Stadträte und Senatsverwaltung bei ihren Angaben über Gefährdungen und Gegenmaßnahmen, weil sich die Verordnungen so schnell ändern, dass man kaum mitkommt. Die Berliner haben Glück, dass ein Greifvogel H5N1 hatte und kein standorttreuer und damit für die Übertragung riskanterer Schwan. So reicht es jetzt aus, Berlin zum Beobachtungsgebiet und nicht gleich zur Sperrzone zu erklären. kög

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