PORTRÄT FRANCK RIBÉRY UMWORBENER FUSSBALLPROFI: : „Es wird schwer, zu bleiben“

Franck Ribéry war sehr enttäuscht. Platz 18 bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2008, da hatte er mit einer wesentlich besseren Platzierung gerechnet, vielleicht unter den ersten drei. Dorthin hat er es in einer anderen Rangliste der Weltfußballer nun aber geschafft.

Mathias Klappenbach
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Foto: dpa

Die Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass Manchester United bereit ist, 70 Millionen Euro Ablösesumme für Ribéry an Bayern München zu zahlen. Die Rekordablöse von 74 Millionen Euro zahlte 2001 Real Madrid für Zinedine Zidane. Ribéry wäre der zweitteuerste Fußballer aller Zeiten – beziehungsweise der drittteuerste. Denn es gibt eine Voraussetzung für den Wechsel: Manchester will Ribéry nur in die beste Liga der Welt holen, wenn sein Star Cristiano Ronaldo (der jene Wahl zum Weltfußballer gewonnen hatte) zu Real Madrid wechselt. Die Spanier würden etwa 100 Millionen Euro bezahlen.

Als Nachfolger von Cristiano Ronaldo dürfte sich der unwiderstehliche Tempodribbler Ribéry tatsächlich zu den ersten drei zählen. Endlich. Der Franzose hat anderthalb Jahre bei einem Verein hinter sich, der zwar 25 Millionen Euro für ihn bezahlt hatte, mit dem man international aber nicht mehr viel Aufmerksamkeit erregen kann. Das war Ribéry schon lange klar. „Ich weiß, dass das Team verstärkt werden muss, damit es das nötige Niveau hat“, hat er immer wieder gesagt. Denn in München ist Ribéry alleine mit seiner Klasse. Der FC Bayern ist der FC Ribéry, den die Gegner in der Bundesliga mit der Mehrzahl ihrer Abwehrspieler umstellen und umtreten. In letzter Zeit verliert Ribéry, der immer häufiger lustlos wirkt, die Nerven und wehrt sich schon mal mit der Faust. Und dann wurde sein FC Bayern auch noch mit 0:4 beim FC Barcelona gedemütigt und schied in der Champions League aus. „Ein Bleiben wird für mich wirklich schwer, sollten wir uns nicht für die Champions League qualifizieren“, sagt Ribéry. Darum kämpfen die Münchner in der Nach-Klinsmann-Zeit gerade, aber es wird sowieso schwierig, den 26-Jährigen zu halten.

Franck Ribéry ist schlichtweg zu gut für den FC Bayern und die Bundesliga, und der FC Bayern und die Bundesliga sind zu schlecht für Franck Ribéry. Auch die Münchner suchen natürlich schon nach Ersatz. Geht Cristiano Ronaldo nach Madrid und Ribéry nach Manchester, wollen sie Diego aus Bremen holen. Für ungefähr 20 Millionen. Dem Brasilianer genügt es offensichtlich, ein Bundesligastar zu sein. Mathias Klappenbach

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