• PORTRÄT JÖRG HARTMANN NEUER TATORT–KOMMISSAR:: „Ich bin natürlich sehr glücklich“

PORTRÄT JÖRG HARTMANN NEUER TATORT–KOMMISSAR: : „Ich bin natürlich sehr glücklich“

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Manchmal kommt zusammen, was zusammenpasst. Jörg Hartmann wird Oberkommissar Peter Faber, der im neuen „Tatort“ des WDR in Dortmund ermitteln wird. Hartmann wurde 1969 in Hagen geboren und wuchs in Herdecke auf. Mehr Ruhrgebiet geht nicht.

Die neue Rolle wird den Kontrast bilden zu jener, mit der der Schauspieler aktuell identifiziert wird. Hartmann brilliert in der ARD-Serie „Weissensee“ als Stasi-Major Falk Kupfer. Ein 100-prozentiger SED-Parteigänger, glühend in seinem Kampf gegen die Feinde des Systems DDR, zugleich angstbesetzt wegen seiner Karriere, wegen der Kälte und Leere in ihm selbst. Er kämpft um die Liebe seines Vaters, eines (schwankenden) Stasi-Generals, und um die Liebe seiner Familie, aber die Ergebenheit gegenüber dem Sozialismus ist stets stärker als das Private.

Hartmann führt den Stasi-Major mit derartiger Intensität vor Augen, dass er als „Bester Schauspieler“ mit dem Deutschen Fernsehpreis 2011 ausgezeichnet wurde. Das ist Königsklasse – und eine große Gefahr. Das Medium Fernsehen frisst seine Kinder, was Hartmann weiß: „Wenn man einmal der Böse war und es hat funktioniert, benutzt man es immer wieder gerne.“ Mit dem „Tatort“-Fahnder kommt der Gegenpol, der Kämpfer für das Gute. „Ich bin natürlich sehr glücklich“, reagierte Hartmann auf seine Wahl. Auch die komödiantische Seite wird Hartmann bedienen können, soll der Dortmunder Krimi doch den trockenen Humor der Region aufnehmen. Der geht so, dass ein Fremder nicht weiß, ob der Ruhrgebietler gerade einen Witz gemacht hat oder nicht.

Hartmann bezeichnet sich als Fan von Dustin Hoffman – wegen dessen Gabe, wie er sich in einer Rolle verwandelt. Das kann Hartmann auch, als Theaterschauspieler hat er es in Meiningen und Mannheim gelernt und als langjähriges Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne ausgeprägt, wie etwa in Shakespeare-Rollen.

Doch den stärksten Beifall gab es bei Ibsen-Inszenierungen von Thomas Ostermeier: Hartmann als Rechtsanwalt Helmer in „Nora“, als Richter Brack in „Hedda Gabler“. Vom Theater will er nicht lassen, trotzdem die Dreharbeiten für die Fortsetzung von „Weissensee“ und den „Tatort“ viel Zeit, viel Kraft fressen werden. Und beides bräuchte er auch für Potsdam, die Stadt, in der er mit seiner Familie lebt und für deren attraktives Gesicht er in der Bürgerinitiative „Mitteschön“ kämpft. Joachim Huber

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