PORTRÄT JÖRG PILAWA FERNSEHMODERATOR: : „Ich habe schon als Kind gebetet“

Ins Fernsehehen ist er eher reingescheitert, jetzt soll Jörg Pilawa die Öffentlich-Rechtlichen retten

Joachim Huber

Es geht um fünf Millionen. Nicht um fünf Millionen Euro, sondern um fünf Millionen Fernsehzuschauer. Dafür steht Jörg Pilawa, wenn er in der ARD eine Prime-Time-Show moderiert, gleich, ob sie „Star Quiz mit Jörg Pilawa“, „Frag doch mal die Maus“ oder „Pilawas großes Märchenquiz“ heißt. Quiz-Pilawa zieht Publikum wie sonst nur „Wer wird Millionär?“ bei RTL. In dieser Gewichtsklasse, der Günther Jauchs und Thomas Gottschalks, wird der 43-jährige Hamburger gehandelt. Die ARD will Pilawa unbedingt halten, das ZDF will ihn nach dem Weggang von Johannes B. Kerner unbedingt engagieren. Pilawa selbst schweigt zu allen Spekulationen, er kann auf das nächst bessere Angebot warten.

Die Qualitäten des Moderators Pilawa sind nicht schwer zu fassen. Er sieht gut aus, der Mitinhaber eines Herrenausstatters kann sich stilsicher kleiden, er lächelt lausbübisch, seine Gäste werden niemals vorgeführt – der supernette Jörg P. bietet perfektes Wohlfühl-Fernsehen. Und er ist ein steter Begleiter. Viermal in der Woche präsentiert er sein Vorabend-Quiz in der ARD, dazu mindestens zwölf Abendshows. Der bekennende Katholik, „ich habe schon als Kind gebetet“, ist nicht nur über das „Bündnis für Kinder“ sehr sozial engagiert, zusammen mit seiner protestantischen Frau will er die drei Kinder im christlichen Bezugssystem erziehen.

Ins Fernsehen ist Jörg Pilawa eher reingescheitert. Ein Medizinstudium brach er nach nicht bestandenem Physikum ab, danach ging er für ein Jahr nach Israel. Das Geschichtsstudium gab er gleichfalls auf, vielleicht, weil erste Moderationen für Radio Schleswig-Holstein erfolgreich waren. 1994 präsentierte er für ProSieben die Show „2 gegen 2“. Mit dem Wechsel zu Sat 1 und 2001 zur ARD fand Pilawa seine Programmkoordinaten: Talk und Quiz. Schnell hatte Pilawa eine weitere, lukrative Doppelrolle für sich entdeckt, indem der Produzent Pilawa die Sendungen für Moderator Pilawa selbst herstellt. Seine Firma White Balance hat er 2005 gewinnbringend verkauft, ist aber weiterhin als Geschäftsführer tätig. Pilawas nächstes Ziel heißt weniger Telepräsenz bei gleichzeitiger Auslastung des Produzenten. Entsprechend hat er den WDR-Moderator Sven Lorig als seinen Nachfolger für das ARD-Vorabendquiz empfohlen, White Balance produziert dessen erste Gehversuche im Showabend: „Das Schlagzeilenquiz“. Pilawa macht, was er kann, und er kann, was er macht.Joachim Huber

0 Kommentare

Neuester Kommentar