PORTRÄT MALLY AFFE VON JUSTIN BIEBER: : „Hauptsache, mein Teddy bleibt da“

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Kapuzineraffen leben normalerweise in Rudeln von acht bis 30 Tieren und ernähren sich von Insekten oder kleinen Wirbeltieren. Man muss also kein Tierfreund sein, um Mitgefühl zu haben für Mally. Die Wirbeltiere, mit denen er es im Moment zu tun hat, sind zu groß zum Fressen. Das Ex-Haustier des kanadischen Teenie-Sängers Justin Bieber ist immer wieder in die Schlagzeilen geraten, nachdem es Ende März am Münchner Flughafen vom Zoll beschlagnahmt wurde, weil die nötigen Dokumente fehlten.

Zuerst wurde es in den USA als Opfer der deutschen Bürokratie präsentiert, aus deren Klauen es ein Fernsehmoderator befreien wollte. Dann hüpfte Mally als Opfer seines treulosen Herrchens durch die Schlagzeilen. Der 19-Jährige wollte die erforderlichen Papiere nicht nachreichen, um sein lebendiges Kuscheltier aus der Zollhaft zu erlösen. Er soll sich sogar schon einen neuen Affen gekauft haben. Und schließlich wurde der Affe, obwohl er sogar Trockennasenprimat ist, noch Opfer des Ausbeutungsinstinkts wahlkämpfender Politiker und bekam Besuch von Umweltminister Peter Altmaier. Zwar musste sich Mally nicht werbewirksam streicheln lassen, weil der Minister hinter einer Scheibe bleiben musste. Aber die Fotografen waren trotzdem da. Und Binsen wie „Tiere sind kein Spielzeug“ sollen bei dem Besuch auch gegen das Glas geflogen sein. Glücklicherweise hat Mally selbst ein Spielzeug, einen Teddy aus Plüsch, mit dem er sich tröstet.

Bereits seit Gründonnerstag sitzt das arme Tier nämlich schon im Tierheim in München, weil der kanadische Teenie-Star keine Lust hatte, sich wegen Mally in die Mühlen der deutschen Bürokratie zu begeben. Die Pensionskosten in Höhe von 70 Euro am Tag, wird sich der Zoll bei der nächsten Tournee wohl zurückholen. Denn auch die geforderte offizielle Verzichtserklärung wollte der Teenie-Sänger zunächst nicht abgeben. So was ist in Deutschland aber erforderlich, wenn ein beschlagnahmtes Äffchen ordnungsgemäß einem Zoo übergeben werden soll für ein Leben unter seinesgleichen.

Dazu hätte Bieber zur Not auch getaugt, denn der tut viel, um sich selbst zum Affen zu machen. Erst kürzlich fiel er in Holland mit einer idiotischen Bemerkung zu Anne Frank aus der Rolle. Die kleinen Mädchen haben trotzdem einen Narren an ihm gefressen. Schlagzeilen-Affen haben es dagegen nicht sehr leicht. Auch deshalb, weil man Bürokratiemonster nicht beißen kann. Elisabeth Binder

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