Porträt Thad Allen, Admiral US-Küstenwache : "Diese Ölpest ist anormal und komplex"

Die Regierung von Barack Obama hat Thad Allen zum obersten Krisenmanager im Kampf gegen die Ölpest ernannt. Dabei sollte der 61-Jährige in diesem Mai pensioniert werden.

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Foto: AFP

Er gilt als Profi, der aus schlechter Ausgangslage noch das Beste macht – zum Beispiel 2005, als Hurrikan „Katrina“ New Orleans und weite Teile der US-Golfküste verwüstete. Als nach wenigen Tagen offenkundig war, dass die Katastrophenschutzbehörde Fema weitgehend versagt hatte, ließ George W. Bush deren Chef Michael Brown feuern und Thad Allen, Admiral der Küstenwache, mit der Rettungs- und Hilfsaktion beauftragen. An Bush bleibt „Katrina“ bis heute als Makel haften. Allen jedoch festigte damals seinen Ruf als verlässlicher Katastrophenhelfer. 2006 wurde er von Position drei zum Kommandeur der Küstenwache befördert.

Nun hat ihn die Regierung von Barack Obama zum obersten Krisenmanager im Kampf gegen die Ölpest ernannt. Dabei sollte der 61-Jährige eigentlich in diesem Mai pensioniert werden. Doch die in knapp 40 Dienstjahren erworbene Kenntnis der Küste, der Meeresströmungen und Wetterphänomene sowie seine Erfahrung bei der Koordinierung der staatlichen Stellen, der Wirtschaft und privaten Hilfsorganisationen machen ihn nun besonders wertvoll.

Schon sein Vater war bei der Küstenwache und stieg dort zum Chef der Abteilung für Schadenskontrolle auf. Wegen dessen regelmäßiger Versetzungen zog der 1949 in Tucson, Arizona, geborene Thad in der Kindheit oft um. Er wählte dann selbst die Ausbildung an der Küstenwachen-Akademie in New London, Connecticut. Anschließend studierte er Verwaltungswissenschaft in Washington und Management an der Eliteuni Massachusetts Institute of Technology (MIT). Es folgten Einsätze auf Patrouillenbooten, vornehmlich im Atlantik und in der Karibik sowie die Beförderung zum Kommandeur des siebten Küstenwachenbezirks in Miami, Florida. Nach dem Terrorangriff vom 11. September leitete er den Küstenschutz vom Golf über den Atlantik bis zu den Großen Seen im Norden.

Über seine neue Aufgabe, die Folgen der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ für Mensch und Natur in Grenzen zu halten, sagt Allen: „Wir können die Auswirkungen noch nicht absehen. Diese Ölpest ist anormal und eines der komplexesten Dinge, mit denen wir je zu tun hatten.“ Die Bedrohung ändert sich ständig, erst ging es ums Mississippidelta, dann um die Küsten von Louisiana über Alabama bis Florida. Nun fürchten manche, Meeresströme könnten das Öl bis in den Atlantik spülen.

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