Porträt : "Zur Hölle mit der Politik, um Alaska geht es!"

Lisa Murkowski ist US-Senatorin aus Alaska. Kann sie Sarah Palins Aufstieg zur mächtigsten Figur in der Republikanischen Partei und Präsidentschaftskandidatin stoppen?

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Lisa Murkowski.
Lisa Murkowski.Foto: AFP

Wer kann eine mächtige Frau aus Alaska stoppen? Eine andere Frau aus Alaska! Lisa Murkowski, der alten und neuen Senatorin aus dem 50. Bundesstaat der USA, ist es gelungen, Zweifel zu wecken, dass Sarah Palins Aufstieg zur mächtigsten Figur in der Republikanischen Partei und Präsidentschaftskandidatin unaufhaltsam sei. Nach Palins Willen sollte Joe Miller, ihr Protegé vom rechten Flügel, den auch die „Tea Party“ unterstützte, Senator von Alaska werden. Die erste Runde ging an sie. Bei der Kandidatenaufstellung der Republikaner Ende August besiegte Miller die moderat konservative Murkowski, die den Sitz seit 2002 innehatte.

Doch die 53-Jährige gab sich nicht geschlagen. Am Ende triumphierte sie. Das darf drei Wochen nach der Kongresswahl als gesichert gelten. Mehr als 100 000 Stimmzettel mussten per Hand ausgezählt werden, bis sie einen uneinholbaren Vorsprung hatte. Ihr Sieg über Palins Favoriten wiegt doppelt. Erstens weil Palin auf heimischem Boden geschlagen wurde: in Alaska. Zweitens weil Murkowski unter erschwerten Bedingungen angetreten war. Nachdem sie bei der Aufstellung unterlegen war, stand ihr Name nicht auf dem Stimmzettel. Wer sie wählen wollte, musste ihn in der Wahlkabine handschriftlich hinzufügen.

Murkowski sagt im Rückblick, ihr größter Fehler sei gewesen, vor dem Populismus der Rechten anfangs zurückgewichen zu sein. Die Niederlage bei der Aufstellung ließ ihr keine andere Wahl, als sich offensiv zu wehren. „Zur Hölle mit der Politik. Wir tun, was gut ist für Alaska!“, gab sie als ihr Programm für Washington aus. Kein anderer Staat erhält höhere Geldzuweisungen pro Kopf. Miller dagegen warb damit, auf welchen Feldern er Präsident Obama ausbremsen wolle.

Heute stellt Palin ihr neues Buch vor – als Teil einer PR-Kampagne, die sie auf dem Weg ins Weiße Haus zeigen soll. Murkowskis Gesicht im Senat wird Amerika erinnern: Palins Einfluss ist nicht so groß, wie ihre Anhänger gern tun. Von den sechs Senatskandidaten, die sie unterstützte, verloren vier. Von den 40 fürs Abgeordnetenhaus scheiterte knapp die Hälfte. Christoph von Marschall

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