Rücktritt in Brandenburg : Platzecks Lotterladen

In Brandenburg stürzt man nicht über Schmiergeld-Millionen oder Pleite-Landesbanken. Hier zahlt der eine keinen Unterhalt, der andere düst in seltener Einfalt gratis mit dem Luxus-Leihwagen in den Ski-Urlaub.

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Der Nächste bitte! Die Pechsträhne des Matthias Platzeck, der mal als Glückspilz galt, hält an. „Der Brandenburger“ verlor nach der Affäre um Rainer Speer nun Bildungsminister Holger Rupprecht. Die Anlässe taugen für ein Sittengemälde. In der Mark stürzt man nicht über Schmiergeld-Millionen oder Pleite-Landesbanken. Hier zahlt der eine keinen Unterhalt, der andere düst in seltener Einfalt gratis mit dem Luxus-Leihwagen in den Ski-Urlaub. Geschichten aus der Provinz, die symptomatisch sind: Brandenburgs Sozialdemokraten, nach 20 Jahren an der Macht auf dem Weg zur Staatspartei, verlieren an Bodenhaftung. Das rot-rote Kabinett hält spätestens jetzt einen einsamen Landesrekord, mit dem dritten Rücktritt nur ein Jahr nach der Wahl, wohlgemerkt, alles SPD-Verluste, während die Linken Tritt fassen. Wohin das noch führen mag? Wer weiß? Platzeck, der diesmal die Affäre nicht lange lodern ließ, versucht den Befreiungsschlag und die Korrektur seiner verfehlten Kabinettsbildung. Die Potsdamer Uni-Präsidentin Sabine Kunst ist eine Bereicherung für das durchschnittliche Kabinett. Es wird auch höchste Zeit, dass dieses Land endlich wieder regiert wird.

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