S-Bahn-Desaster : Vor der Weiche

Werkstätten und Personal wurden wegrationalisiert: Jetzt kommt die Strafe für die S-Bahn.

Klaus Kurpjuweit

Schadenfreude ist fehl am Platz. Die S-Bahn hat durch ihren überzogenen Sparwillen der Stadt enorm geschadet. Dass sie nun wahrscheinlich um die 100 Millionen Euro aufbringen muss, um wieder aufs richtige Gleis kommen zu können, ist die logische Konsequenz. Den Fahrgästen hilft es nicht viel, auch wenn Stammkunden als Ausgleich nun einen Monat lang gratis fahren dürfen. Schlimm ist, dass die Bahn immer noch nicht bereit zu sein scheint, umzudenken: Weiter gibt es kein klares Wort aus der Zentrale, in Zukunft auf das finanzielle Auspressen des Tochterunternehmens zu verzichten. Die Bahn macht es sich hier noch immer einfach und betrachtet das Desaster mit Rädern, die nicht halten, als einmalige Ausnahmesituation. Sie will nicht einsehen, dass durch häufigere Kontrollen in den Werkstätten ein Riss im Rad, wie es immer wieder passieren kann, wahrscheinlich rechtzeitig entdeckt worden wäre. Doch Werkstätten und Personal wurden wegrationalisiert, um Gewinn machen zu können. Rad hin oder her, die Weichen müssen grundsätzlich neu gestellt werden. Und zwar schnell. kt

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