Meinung : Scharfer Wind ganz oben

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Das ist mal ein schöner Satz eines Richters: „Wer auf einem Berg steht und meistens auch dann noch Sonne hat, wenn unten im Tal schon Schatten ist, muss es ab und zu auch mal hinnehmen, dass oben ein scharfer Wind weht.“ Da fiel uns nahezu automatisch der Kanzler ein mit dem Gerücht über seine Ehe, das er auf der Cebit mit einem lauten „Ich liebe dich!“ zu dementieren suchte. Doch das Gerücht als solches darf laut Gericht jetzt nicht mehr in Umlauf gesetzt werden, und der Satz über den Berg und den Schatten kam, sorry, aus einem anderen Gerichtssaal. Jenem nämlich, in dem darüber befunden wurde, ob Tierschützer die AldiBrüder öffentlich dafür kritisieren dürfen, dass sie Eier aus Käfighaltung verkaufen. Der Reiz der Situation ist nun, dass Aldi-Nord in dieser Sache die erste Instanz gewonnen hat, Aldi-Süd aber – Berg, Sonne, Schatten – nicht. Haben sie im Süden mehr Sonne? Es stellt sich die Frage, wie in Zukunft ordentliches Schmähen und Gerüchteverbreiten überhaupt noch gelingen kann. Brauchen wir einen Kanzler (Nord), der auf einem Sockel im Schatten ruht und einen Kanzler (Süd), der in der Sonne alle Attacken auf sich zieht und notfalls auch mit einem Diktator verglichen werden darf? Unbedingt vermieden werden muss freilich die Käfighaltung von Kanzlern. Die bleibt in Nord und Süd illegal.

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