Meinung : Schönefelder Wüste

„Der Durchstarter“ vom 9. März

Bei uns haben die Sektkorken geknallt! Hartmut Mehdorn wird die Organisation der BER-Baustelle übernehmen. Meine Frau und ich fliegen häufig von Tegel und nach Tegel. Wir sind in wenigen Minuten dort. Wir lieben diesen überschaubaren, tapferen, bescheidenen Flughafen, so wie wir früher Tempelhof sehr geschätzt haben. So war es uns in letzter Zeit ein Greuel, angeblich bald Halbtagesreisen zum Protz-Flughafen Schönefeld auf uns nehmen zu müssen.

Und nun diese rettende Nachricht: Mehdorn wird BER-Chef! Wir haben uns kringelig gefreut, denn jetzt ist sicher nicht mit einer Fertigstellung des Großflughafens zu rechnen. Jedenfalls befürchten wir diese nicht mehr in den nächsten 50 Jahren, nach allem was Herr Mehdorn schon zugrunde gerichtet hat.

Günter Perreng, Berlin-Halensee

In diesem Beitrag heißt es, dass Hartmut Mehdorn „Officier und Commandeur de la Légion d’honneur, der Fremdenlegion“ sei. Mon dieu! Wir schreiben das Jahr 50 der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages. Entweder hat keiner der drei Redakteure nochmals Korrektur gelesen oder – bien pire! – keinem der drei ist der Unterschied zwischen der französischen Ehren- und der Fremdenlegion geläufig. Indes lädt dieser Ausrutscher zu der Assoziation ein, Mehdorn, der „Wüstenfuchs“, blase zur letzten Attacke im Endkampf um die Schönefelder Wüste.

Norbert Wollschläger,

Berlin-Wilmersdorf

Bei Heidelberger Druck hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert, bei der Deutschen Bahn hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert (Berliner S-Bahn lässt grüßen), bei Air Berlin auch nicht. Trotzdem wird Hartmut Mehdorn Berliner Flughafenchef. Was qualifiziert ihn? Er ist eben ein Junge, wenn auch ein alter.

Parallel dazu verweigert die Bundesregierung ihre Zustimmung zur von Europa geplanten Frauenquote. Hervorragendes Timing: Besser kann man nicht zeigen, dass wir den Internationalen Frauentag brauchen!

Dr. Edith Niehuis, Parlamentarische Staatssekretärin a. D., Berlin-Kladow

Herr Mehdorn hat nicht nur das ausgesprochen, was er selber denkt, sondern auch das, was viele Berliner denken.

Gerade die, die den Flughafen Tegel auch nutzen, können nur den Kopf schütteln bei dem Gedanken, dass das alles dem Erdboden gleichgemacht werden soll. Hat schon mal jemand berechnet, welche Werte da vernichtet werden?

Ein Flughafen im Norden, einer im

Süden. Das ist doch ideal. Nicht nur,

was die Lärmbelästigung und die Verkehrsdichte in der Luft angeht. Schließlich würde ja auch die Verkehrsdichte am Boden verteilt werden. Warum sollten, wie angestrebt, jährlich 40 Millionen Menschen nach Schönefeld drängen, wenn ein Teil davon auch Tegel

nutzen könnte?

Ich kann mir auch nicht vorstellen, in einem Land zu leben, in dem Verwaltungsgerichte bestimmen, wie viele Flughäfen eine Stadt braucht und wo sie gebaut werden dürfen. Wenn dem so wäre, bräuchten wir keine Politiker mehr.

Klaus Sadowski, Berlin-Steglitz

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben